Heidi Karlsson

2016

 
 

Das Engagement von Heidi Karlsson, die seit der Premiere als Zweibesetzung von Christine Daaé in „Liebe stirbt nie“ im Operettenhaus auf der Bühne stand, endet etwas früher als erwartet. Da Heidi Karlsson die Rolle der Grizabella in der schwimmenden Version von „Cats“ angeboten wurde, musste sie Hamburg bereits Ende August verlassen, denn schon am 2. September 2016 begannen die Proben in den USA.


Michaela Flint: “Liebe stirbt nie” ist Ihr erstes Engagement auf einer deutschen Musicalbühne - wie haben Sie sich darauf vorbereitet?


Heidi Karlsson: Ich bin einen Monat vor dem Probenbeginn von “Liebe stirbt nie” nach Hamburg gezogen. Ich liebe diese Stadt sehr und freue mich, dass ich hier eine Heimat gefunden habe.

Ich habe mich direkt daran gemacht, alle Songs und Texte von Christine Daaé zu lernen, damit ich für den unwahrscheinlichen Fall vorbereitet war, dass die Erstbesetzung bei der Premiere ausfallen würde. Der Aufwand hat sich bezahlt gemacht, denn schon fünf Tage nach der Premiere stand ich zum ersten Mal als Christine Daaé auf der Bühne des Operettenhauses. Dank der großen Unterstützung meiner phantastischen Kollegen konnte ich diesen ersten Auftritt sogar genießen.


Außerdem nahm ich natürlich Phonetik-Unterricht und habe an meiner Aussprache gearbeitet, damit mein Deutsch für das Publikum so gut wie möglich klang.


Michaela Flint: Wie fühlt es sich an, eine der berühmtesten und beliebtesten Frauenrollen im Musical zu spielen?


Heidi Karlsson: Christine Daaé zu spielen war schon immer mein Traum! Was soll ich sagen? Es wer eine große Ehre für mich, diese Rolle zu spielen. Ich hatte sehr viel Spaß. Teil dieser großartigen Produktion von „Liebe stirbt nie“ zu sein, war einfach phantastisch. Diese Show wird mir immer sehr viel bedeuten. Und sie zeigt, dass Träume wahr werden können. Vorausgesetzt, man arbeitet hart daran – denn im Leben gibt es nichts geschenkt.

 

Von Christine zu Grizabella, vom Land aufs Schiff...

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Michaela Flint: Sie gehen wieder zurück auf ein Kreuzfahrtschiff. Können Sie uns die Faszination erklären, die von der Arbeit auf einer schwimmenden Bühne ausgeht?


Heidi Karlsson: Zurzeit bin ich in Miami und in ein paar Stunden beginnen die Proben als Grizabella in „Cats“. Das ist erneut eine Traumrolle für mich! Es ist etwas ganz Besonderes für Royal Caribbean zu arbeiten. Sie haben die größten Schiffe der Welt! Ich werde auf der „Oasis of the Seas“ leben und arbeiten. Das ist das drittgrößte Kreuzfahrtschiff überhaupt. Royal Carribean kümmert sich sehr gut um seine Mitarbeiter. Sie wissen wirklich, was es bedeutet, seine Angestellten zu umsorgen. Es klingt wie etwas, was jedes Unternehmen machen sollte, aber meistens ist das leider nicht der Fall.


Hier in Miami in den weltgrößten Probenstudios für „Cats“ zu proben, ist ein verrücktes und wunderbares Gefühl!


Michaela Flint: Inwiefern unterscheidet sich das Arbeiten auf einem Schiff von der Arbeit „an Land“ in einem festen Theater?


Heidi Karlsson: Der größte Unterschied ist natürlich, dass ich nach der Show, wenn meine Arbeit getan ist, nicht nach Hause gehen muss. Außerdem hat man immer eine beeindruckende Aussicht! Auf einer Karibik-Kreuzfahrt wacht man jeden Morgen in einem anderen Land auf!


Auf einem Kreuzfahrtschiff werden Kollegen definitiv zur Familie. Wir sind eben alle Nachbarn. Man trifft sich beim Essen, macht gemeinsame Landausflüge. Man arbeitet und lebt viel enger zusammen als in einem Theater an Land.


Ansonsten ist der Unterschied aber gar nicht so groß. Das Theater auf der „Oasis of the Seas“ ist genauso groß wie das Operettenhaus.


Michaela Flint: Ist das Publikum auf Schiffen anders als an Land?


Heidi Karlsson: Im Großen und Ganzen ist es dasselbe. Das Publikum an Bord erwartet eine Original Broadway Show und muss auch seine auch seine Tickets vorher buchen, da an die 6.000 Passagere an Bord sind. Das heißt, dass man nicht einfach so „vorbeikommen“ kann, um die Show zu sehen.

Dass die Zuschauer sich bewusst dafür entscheiden, Andrew Lloyd Webbers „Cats“ auf dem Meer zu sehen, ist schon richtig cool!


Michaela Flint:„Cats“ ist wieder ein Klassiker von Andrew Lloyd Webber - was macht seine Musicals für Sie so besonders?


Heidi Karlsson: Das Besondere an Andrew Lloyd Webbers Shows ist ganz klar die Musik. Sie ist unfassbar! Auch nach so vielen Jahrzehnten wird „Cats“ noch überall auf der Welt gespielt und beliebt wie eh und je.


Natürlich ist es eine große Ehre „Memory“ zu singen. Die Katzen sind wunderbar. Ihre Charaktere sind so unterschiedlich. Außerdem ist auch die Choreographie genial. Eine wunderbare Show!


Michaela Flint: Innerhalb von 3 Tagen von der glücklosen Christine zur Glamour-Katze - wie bekommen Sie den Wechsel hin? Wie bereiten Sie sich darauf vor?


Heidi Karlsson: Eine gute Frage. Es ist wirklich ein sehr schneller Wechsel. Ehrlich gesagt ist es fast unmöglich, sich mit so wenig Zeit zwischen den beiden Engagements vorzubereiten. Aber sobald die Proben hier beginnen, komme ich in „Cats“-Stimmung und meine Rolle als Grizabella entwickelt sich. Ich werde diese „Erinnerung“ für mich ganz persönlich kreieren: “Look a new day - has begun”.


Allen Kollegen in allen Abteilungen des Operettenhauses möchte ich ein ganz dickes Dankeschön aussprechen!



Die kurze Spielzeit von „Liebe stirbt nie“ in Hamburg endet bereits am 25. September 2016. Wer die Show noch nicht gesehen hat, dem sei sie dringend empfohlen! Denn diese perfekte Einheit aus hervorragenden Darstellern, beeindruckenden Kulissen und traumhafter Musik gibt es heutzutage sehr selten auf deutschen Musicalbühnen.

Michaela Flint

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