KENNY ORTEGA

2008

 
 

In seiner langen Karriere als Choreograph und Filmemacher hat Kenny Ortega schon mit Gene Kelly und Francis Ford Coppola gearbeitet, Michael Jackson, Cher, Elton John und Madonna zählen ebenfalls zu seinen Kunden. Doch sein größter Erfolg war zweifellos das in den USA mega-erfolgreiche „High School Musical“, von dem nach einer obligatorischen Leinwand-Fortsetzung nun bereits der dritte Teil in die Kinos kommt. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Kurzinterview mit dem erfolgreichen Regisseur.


Michaela Flint: Worum geht es in „High School Musical 3 – Senior Year“?


Kenny Ortega: Der Film beginnt im letzten Highschool Jahr während des Frühlings, also am Ende der Basketball-Saison. Die Kids fragen sich, was ihnen die Zukunft wohl bringen mag und finden alles interessanter als brav in der Highschool ihre Zeit abzusitzen. Eine wesentliche Rolle spielt der Satz: „Jeder weiß, dass Du mit Deinem Mädchen nach der Highschool nicht mehr zusammen bist.“, der sich wie eine unsichtbare Leitlinie unter die Handlung legt. Natürlich bleiben auch Troy und Gabriella von diesem Thema nicht verschont. Im ersten Film haben sich die beiden ineinander verliebt, im zweiten Teil hat sich ihre Beziehung weiter vertieft und nun im dritten Teil, als Teenager, fand ich es nur natürlich, dass sie auch Gefühle für andere entwickeln. Das sorgt natürlich für jede Menge Spannungen.

Regisseur Kenny Ortega
über seinen 3. High School Musical Film

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Michaela Flint: “High School Musical 3” ist der erste Teil, der nicht zuerst auf der Theaterbühne zu sehen ist, sondern im Kino. Wieso diese Entscheidung?


Kenny Ortega: Wir hatten mehr Geld zur Verfügung und mehr Zeit, daher ist dieser Film größer und mehrdimensional. Vor allem bemerkt man dies an den Tanzszenen: Wir haben eine große Szene auf dem Basketball-Feld, eine auf dem Dach, eine andere auf dem Schrottplatz, im Baumhaus usw. Und genauso wie die Orte wechseln auch die verschiedenen Tanzstile, was mir besonders viel Spaß gemacht hat. Man erahnt ein wenig Broadway hier, ein bisschen Funk und Hip-Hip dort, natürlich gibt es aus Ballett und Ballroom-Tänze zu sehen. Das war für alle Cast-Mitglieder eine große Herausforderung.


Michaela Flint: Sind denn alle Schauspieler in Ihrem Film auch Naturtalente, wenn es ums Tanzen geht?


Kenny Ortega: Wir arbeiten ja mit professionellen Tänzern zusammen. Unsere jungen Schauspieler waren also immer verpflichtet mit ihnen mitzuhalten, um nicht aufzufallen. Alle haben in den drei Filmen eine enorme Entwicklung durchgemacht. Besonders Zac Afron: Als wir ihn kennenlernten, hatte er zwei linke Füße, jetzt springt und dreht er sich, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Er tanzt mit viel Gefühl und technisch einwandfrei. Es war sehr spannend, mit ihm anderen Choreographien für den dritten Teil zu arbeiten.


Michaela Flint: Wie sehr beeinflusst der Erfolg von „High School Musical“ ihre junge Cast? Haben sie sich verändert?


Kenny Ortega: Sie sind alle reifer geworden – als Menschen und als Schauspieler. Sie haben eigene Albern, gehen auf Konzert-Tourneen und haben in anderen Filmen mitgespielt. Beim zweiten Film hat man den Einfluss des Überraschungserfolgs noch deutlich mehr gespürt. Alle waren mitgerissen. Und dennoch haben alle ihre Arbeit gemacht: Sie haben geprobt, Texte gelernt und kamen immer sehr gut vorbereitet ans Filmset. Keiner hat sich die Nächte um die Ohren geschlagen und über die Stränge geschlagen. Alle sind sehr diszipliniert und keiner von ihnen macht der Berühmtheit wegen mit. Keiner! Ich bin sehr stolz und froh, dass ich mit diesen jungen Menschen arbeiten darf.


Michaela Flint: Wie fühlt es sich an, eine neue, junge Generation für das Musical zu begeistern?


Kenny Ortega: Wenn mir das gelungen ist, weiß ich wirklich nicht, was es schöneres geben kann. Meine Eltern haben sich beim Tanzen kennengelernt und meine ersten Erinnerungen sind die beiden, wie sie bei uns in der Lounge Swing, Salsa oder Walzer tanzen. Mein Gedanke damals war: „So sehen Liebe und Glück aus!“. Dieses Gefühl hat mich nie verlassen und ich bin dankbar, wenn ich davon etwas in meinen Filmen ausdrücken kann.


Michaela Flint: Wir danken Ihnen für das kurze Interview und sind sicher, dass auch in deutschen Kino ab 23. Oktober wieder mit Troy und Gabriella getanzt und mitgefiebert wird.


Michaela Flint

veröffentlicht in blickpunkt musical

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