MARICEL

2006

 
 

Michaela Flint: Warum haben Sie für Ihr Solo-Konzert genau die präsentierten Songs ausgewählt?


Maricel: Alle Stücke haben etwas mit mir zu tun. Entweder waren es meine Lieblingslieder aus Musicals, in den ich mitgespielt habe, wie ‚Die Wahrheit’ aus „Aida“ oder mein Lieblingslied aus „Jekyll & Hyde“ „Mein Leben“. Viele andere Songs waren von meiner CD. Einige haben wir in einer neuen Version gezeigt. Die jetzige CD von mir enthält viele Songs, an denen wir gerade arbeiten und einen anderen Klang dafür entwickeln. Insofern waren am 12. August nur Titel zu hören, die gerade bei mir aktuell sind.
Besonders überrascht war ich über das positive Feedback zu den fünf Stücken aus „Jeanne d’Arc“. Ich war sehr nervös, denn bisher hatte ich nie Songs aus meinem Musical aufgeführt. Aber diese besondere Weltpremiere hat mir unendlich viel Bestätigung und Mut gegeben, mein Ziel weiterzuverfolgen.


Michaela Flint: Die Musicaltitel waren ja nicht die Titel, die jeder gleich mit Ihnen assoziiert…


Maricel: Da stimmt, aber zum Beispiel „Gold von den Sternen“ aus „Mozart“ ist einfach ein wunderschöner Song, den ich gern wieder singen wollte (Und ich hab ja auch mal die Baronin von Waldstätten gespielt). Und bei „Aida“ war „Die Wahrheit“ schon immer der heimliche Favorit gewesen. Natürlich war „Sinn für Stil“ ein Showstopper und hat Spaß gemacht, aber zu erleben wie ergriffen das Publikum während „Die Wahrheit“ war, war viel intensiver. Genau darum geht es für mich als Künstlerin: Ich möchte die Menschen mit meiner Musik berühren.


Michaela Flint: Viele Ihrer eigenen Stücke behalten Beziehungsthemen, einige setzen sich sehr intensiv mit zwischenmenschlichen Problemen auseinander. Woher stammen die Ideen dazu?

Maricel wandelt auf Solopfaden

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Maricel: Zum Glück sind es nicht immer die Probleme, die im Mittelpunkt stehen. Bei Songs wie „Ich glaube“ z.B. geht es darum, dass die Liebe, diese Welt im Innern zusammenhält und „Mein Licht“ beschreibt, wie schön es sein kann, eine unterstützende Person bei sich zu haben . Das kann ein Freund, die Familie oder eben der Partner sein. Mit meiner Botschaft „Wir sind schön“ thematisiere ich zwar die Oberflächlichkeit, mit der heutzutage vieles beurteilt wird, aber viel wichtiger ist es zu lernen, dass die inneren Werte des Menschen zählen. Und dafür braucht man kein Botox, Markenkleider, das neueste Make-Up usw. Ich sehe das eben ganz anders als Amneris…(lacht)
Die meisten meiner Songs schreibe ich spontan. Erst, wenn ein Titel fertig ist, stelle ich dann fest, dass er was mit mir zu tun hat, mit Erlebnissen von mir oder Dingen, die mich zu der Zeit sehr beschäftigt haben. Insofern sind die meisten Songs schon irgendwie autobiographisch.


Michaela Flint: Seit „Aida“ haben Sie keine Ensuite-Produktion mehr gespielt. Fühlen Sie sich mehr als Musicaldarsteller oder als Popsänger?


Maricel: Ich bin glücklich, als Künstlerin so vielseitig sein zu können. Ich liebe Musicals, aber ich liebe es auch, meine eigenen Songs zu komponieren und zu performen. Die Kombination macht das ganze so reizvoll. Ich schöpfe genau daraus, die Kraft, dass ich eben nicht über Monate jeden Tag dasselbe spiele. Als nächstes werde ich in Chemnitz die Audrey im „Kleinen Horrorladen“ spielen. Das wieder etwas ganz anders, da hier der Schwerpunkt auf Schauspiel und Dialogen liegt und nicht auf dem Gesang.


Michaela Flint: Sie treten in Musicals auf, arbeiten an Ihrer zweiten CD und schreiben weiter an „Jeanne d’Arc“. Was machen Sie zum Entspannen?


Maricel: Familie, Familie, Familie und Freunde. Das ist für mich das wichtigste im Leben. Erfolg, Kollegen und Jobs kommen und gehen. Aber wenn ich mit meiner Familie und meinen Freunden zusammen bin, bin ich sehr glücklich. Es gibt aber auch Tage, an denen brauche ich absolute Stille. Manchmal kann ich nicht einmal das Radio einschalten. Das ist dann Entspannung pur. Um zwischendurch abzuschalten, höre ich sehr gern klassische Musik. Allerdings muss diese instrumental sein, da ich automatisch auf den Gesang achte und das wäre dann wieder wie Arbeit. Wahrscheinlich ist das eine Berufskrankheit. (lacht)


Michaela Flint: Wie sehen die nächsten Monate aus?


Maricel: Als nächstes steht natürlich „Der kleine Horrorladen“ im Opernhaus Chemnitz an. Aber auch für die Zeit danach habe ich schon einen Vertrag auf dem Tisch. Ich werde ich noch einmal die Lucy in „Jekyll&Hyde“ spielen. Da freue ich mich wahnsinnig drauf!
Außerdem habe ich ein neues Management, mit dem ich versuche, für die neue Platte mit meinem neuen, souligeren und bluesigeren Stil, ein Plattenlabel zu finden. Es ist heutzutage im Zeitalter der MP3-Downloads schon ziemlich schwierig ein Label dazu zu bekommen, teure Werbung und Promotion für einen zu übernehmen. Da muss man hart für arbeiten.
Und schließlich gibt es noch „Jeanne d’Arc“, an dem ich feile. Ich arbeite seit vier Jahren daran und hoffe, dass wir bald eine schöne Bühne finden, wo wir es aufführen können. Also langweilig wird es mir auch ohne Ensuite-Musical ganz bestimmt nicht.


Michaela Flint: Für Ihre zahlreichen Projekte wünschen wir Ihnen viel Erfolg. Vielen Dank für das nette Gespräch.


Mehr Informationen unter www.maricel.de

Michaela Flint

veröffentlicht in blickpunkt musical

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